Die E-Prämie

Bis zu 4000€ Förderung vom Staat
Mit E-Auto Kfz Steuer sparen
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E-Prämie: 4000 € für Ihr E-Auto


Nun ist sie beschlossene Sache. Die E-Prämie für Elektroautos kommt. Und das schon schneller als gedacht. Bereits im Mai 2016 sollen E-Autos mit 4000 € und Hybride mit 3000 € stattlich subventioniert werden. Diese Zuschüsse gelten für den Neukauf von E-Autos und werden von Bund und Industrie finanziert. Die Elektro-Prämie ist Teil eines umfassenden Förderprogramms, mit dessen Hilfe die Bundesregierung die Verbreitung von Elektroautos ankurbeln will. Aber auch in die Infrastruktur wird investiert. Geplant sind 15.000 neue Ladesäulen. Laut Verkehrsminister Alexander Dobrindt von der CSU sollen diese Ladestationen im ganzen Land an zentralen Punkten errichtet werden. Beispielsweise an Sportplätzen oder häufig frequentierten Supermärkten. Kosten könnte diese Investition um die 300 Millionen Euro. Allerdings ist die E-Prämie gedeckelt. zur Verfügung stehen lediglich 1,2 Milliarden Euro. Und dies auch nur befristet bis höchstens 2016. Folglich rechnet die Bundesregierung mit etwa 400.000 geförderten Fahrzeugen. Ein guter Anfang möchte man meinen.



Was muss ich tun, um die E-Prämie zu erhalten?


Das erste Hindernis könnte schon die Wahl des Herstellers sein. Denn bisher werden nicht alle Hersteller vom Staat subventioniert. Wie bereits erwähnt tragen die Kosten der Förderung Staat und Industrie zu gleichen Teilen. Folglich müssen sich Hersteller erst dazu bereit erklären potentiellen Käufern die Prämie zur Hälfte zu erstatten. Zugesagt haben bereits BMW, VW und Daimler. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, bedenkt man, dass die Konzernbosse dieses Förderprogramm im Kanzleramt mit ausgehandelt haben. Aber auch der zuständige Verband der ausländischen Automobilhersteller zeigte sich bereits willig sich „in angemessener Form“ an den Kosten zu beteiligen. Laut Finanzminister Wolfgang Schäuble sollen die 2000 € bzw. 1500 € direkt vom Listenpreis abgezogen werden. Dies soll auch im Kaufvertrag dokumentiert werden. Nun kann man sich zurecht die Frage stellen, bei welchem Hersteller man heutzutage einen Neuwagen zum Listenpreis bekommt. Die Zeit wird zeigen, wie die Hersteller mit diesem Schlupfloch umgehen werden. Jedenfalls kann die E-Prämie für Elektroautos mit dem Kaufvertrag beantragt werden. Diese „Bundesprämie“ wird von dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bearbeitet und genehmigt. Dieses Bundesamt war schon federführend bei der Verwaltung der Abwrackprämie.

Das nächste Hindernis könnte dann schon der Listenpreis an sich sein. Denn nicht alle Elektroautos von oben erwähnten Herstellern werden subventioniert. E-Autos deren Listenpreis oberhalb von 60.000 Euro fürs Basismodell liegt, werden vom Staat nicht gefördert. So sollen auch nur Käufer in den Genuss der Förderprämie kommen, die das Geld auch benötigen.



Das umfassende Elektro-Förderpaket


Der wohl wichtigste Teil des Förderprogramms ist jedoch der Bau von 15.000 zusätzlichen Ladestationen. 5.000 sollen sogar „extra schnell“ laden können. Denn die Bereitschaft ein E-Auto zu kaufen scheint in Deutschland sogar relativ hoch. Größtes Manko ist jedoch nach wie vor die fehlende Infrastruktur. Bedenken über mangelnde Reichweite und unzureichende Ladestationabdeckung sind die größten Argumente gegen den Kauf eines E-Autos. Die geplanten Maßnahmen könnten ähnlich erfolgreich greifen wie die Ladestation Offensive des Elektromobil-Herstellers Tesla. Zudem soll das Aufladen der Autoakkus am Arbeitsplatz nicht als geldwerter Vorteil versteuert werden müssen. In wie weit Besitzer von neuen E-Autos auch bei der Kfz Steuer profitieren ist indes noch unklar. Bis zu zehn Jahre Steuerbefreiung scheinen realistisch.



Mit E-Prämie ein Elektroauto kaufen - Macht das für mich Sinn?


Das ist derzeit vor allem noch eine ideologische Frage. Denn leider sind Elektrofahrzeuge, trotz E-Prämie, noch deutlich teurer als konventionell angetriebene Pkw. Wer jedoch was für sein „grünes Gewissen“ tun will, vorwiegend Kurzstrecke fährt und einige Ladestationen in der Nähe hat, der kann den Kauf eines E-Autos ernsthaft überdenken.

Jedoch könnte sich das Blatt bei den Kosten schon bald wenden. Zum einen dürften die Ölpreise weiter ansteigen, zum anderen dürften die Preise für Elektroautos schon bald drastisch sinken. Denn nach einer Studie deutscher Ingenieure könnte sich der Preis für Elektroakkus nahezu halbieren. Sollte dies tatsächlich eintreten, so könnten schon 2018 E-Autos Pkws mit Benzinmotoren in den Gesamtkosten (Kaufpreis, Kraftsoff- und Wartungskosten) ausstechen. Und das ohne E-Prämie oder andere zusätzliche Kaufanreize. Wenn sich bis dahin auch noch die Ladeinfrastruktur verbessert, werden die sogenannten Stromer zu einer echten Alternative.



Gesamtkosten der E-Prämie, die Industrie und Kritik an der E-Prämie


Die Kosten für den Bund dürften sich auf etwa eine Milliarde Euro belaufen. Dabei entfällt der Löwenanteil von 600.000 € auf die E-Kaufprämie. der Rest ist für die Implementierung des Ladenetzwerkes vorgesehen. nun stellt sich natürlich die Frage wie der Bund gedenkt diese Kosten zu bezahlen. Als sehr wahrscheinlich gilt, dass dafür der Energie- und Klimafonds des Bundes aufkommen wird. Warum der Staat der heimischen Autoindustrie dabei so offensichtlich unter die Arme greift ist klar: Die Automobilindustrie ist eine der Schlüsselindustrien in Deutschland. Fast 800.000 Arbeitsplätze mit 370 Milliarden Euro Jahresumsatz hängen an ihr. Und genau hier liegt auch die Gefahr. In den letzten Jahren scheint es so, als habe die deutsche Vorzeigebranche die Entwicklung des Elektroantriebes drastisch verpennt. Ausländische Konkurrenten sind hier schon weiter. Negative Entwicklungen wirken sich spürbar auf die Gesamtindustrie Deutschlands aus. Dazu kommt noch, dass die Vorgabe der Kanzlerin bis 2020 eine Millionen E-Autos in Umlauf zu bringen stark gefährdet ist. Mit dem kommenden E-Förderpaket schlägt die Regierung also zwei Fliegen mit einer Klappe. Auf Kosten der Steuerzahler möchte man meinen. Was auch der größte Kritikpunkt der E-Prämie ist. Führende Ökonomen, Umwelt- und Verbraucherschützer sehen die Steuergelder als „schlecht investiert“. Demzufolge trage der Staat lediglich Verantwortung für die Förderung der Forschung und der Bereitstellung der Infrastruktur.